DER KÜNSTLER

Holz,
das ist vor allem

eine Idee

Hans Brockhage wurde am 27. Februar 1925
in Schwarzenberg/Erzgebirge geboren. Nach dem Notabitur 1942 wurde er im Zweiten Weltkrieg zum Kriegsdienst eingezogen, aus dem er im Frühjahr 1944 schwer verwundet heimkehrte.

 

1945 Lehre zum Holzbildhauer und Drechsler in Seiffen/Erzgebirge; 1947-52 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden; Seine Lehrer waren Will Grohmann, Hans Theo Richter, Ludwig Renn, Theodor Artur Winde, Mart Stam, Marianne Brandt und weitere; Mit der Bauhäuslerin Marianne Brandt verband ihn bis zu ihrem Tod eine freundschaftliche Beziehung; Unter der Betreuung von Mart Stam entstand das Spielgerät DER SCHAUKELWAGEN, der 1957
mit dem Siegel "Spiel-gut" Ulm und 1960
auf der Triennale Mailand ausgezeichnet wurde; Der Schaukelwagen steht heute im Museum für Moderne Kunst und dem Albert und Victoria Museum in London.

Von 1955 bis 1965 arbeitete er freiberuflich als Formgestalter in Schwarzenberg

1965 begann er an der Fachhochschule Schneeberg eine Klasse für Holzgestaltung aufzubauen, die er kurzzeitig als Dozent an die Hochschule für industrielle Gestaltung Burg Giebichenstein/Halle verlagerte, sie aber ab 1968 an der Fachhochschule Schneeberg weiter ausbaute. Von 1977-90 leitete er die „Holzklasse“ der Hochschule für angewandte Kunst Schneeberg (heute Westsächsische Hochschule Zwickau, Fachbereich Angewandte Kunst Schneeberg) als Professor

1968 Beginn der bauplastischen Arbeiten in Holz und Sichtbeton

Ab 1975 Arbeit an monumentalen Skulpturen im Rahmen des „Kunst am Bau“ Programmes für Gesellschaftsbauten und Stadtgestaltung

Ab 1990 Teilnahme an internationalen Kunstmessen in Basel, Köln, Karlsruhe; Bis 2008 Einzelausstellungen und Teilnahme an nationalen und internationalen Kunstausstellungen

Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen und im öffentlichen Raum

2000-2009 Publikation verschiedener Bücher, u.a. über Marianne Brandt, die Schnitzkunst im Erzgebirge und sein eigenes Schaffen; 2009 Schirmherrschaft für den 3. Kunstpreis art-figura der Stadt Schwarzenberg

Hans Brockhage verstarb am 18. Februar 2009 in Schwarzenberg

ARBEITEN

DER SCHAUKELWAGEN

Dresdener Neuanfang - In ihrer Phase der Neugründung nach dem Krieg stellt die Dresdener Hochschule für Bildende Künste, damals noch unter dem Namen Hochschule für Werkkunst, den kurzzeitigen Versuch einer Rückkehr zur Programmatik des Bauhauses dar.

Unter Lehrern wie Mart Stam, von 1948 bis 1950 Rektor der Hochschule, Marianne Brandt und Theodor Artur Winde entstehen Entwürfe und Produkte, die weniger der individuellen Handwerkskunst als vielmehr der seriellen Vereinigung von Ästhetik und Funktion eines Gebrauchsgegenstandes geschuldet waren.

Diese Blütephase des Designs der DDR währt nur in die frühen fünfziger Jahre. Einige Produkte halten der nachfolgenden Welle des „Einheitsdesigns" stand und sie überzeugen heute noch in Funktion, Gestalt und Qualität. Zu ihnen zählt auch der 1950 entstandene Schaukelwagen von Hans Brockhage.

Hans Brockhage versucht bis Mitte der fünfziger Jahre - insbesondere als Industriegestalter für  Spielzeug - die in der Zeit seines Dresdener

Studiums verinnerlichten Grundsätze aufrecht zu halten, bis er sich schließlich aus diesem Bereich in die eigene (Künstler-)Werkstatt zurückzog: „Das Zusammenspiel von Industrie und Design funktionierte nicht".

Zunächst jenseits aller Funktionalität, spiegelt die Entstehungsgeschichte des „Mehrzweckspielgerätes" Schaukelwagen (0-Ton des ersten volkseigenen Herstellers) den spielerischen Geist seines Erfinders wider: „Wenn Pferd fällt um, ist Pferd tot. Du mußt machen Pferd, das nicht tot ist, wenn fällt um" bekam Brockhage von Mart Stam bei der Vorführung eines konventionellen Schaukelpferdes gesagt. Derartig mit der Endlichkeit konfrontiert, entwickelte er unter Stams Betreuung mit dem Schaukelwagen ein Kindermöbel und Spielgerät, dessen Form und Verwendung fast schon als Symbole für die Grenzenlosigkeit der Phantasie gelten können und die mit einer rein praktischen Betrachtung nur ungenügend gewürdigt werden.

der schaukelwagen

von Hans Brockhage

Buchenholz, 4,8 kg

PUBLIKATIONEN

Die Frage oder die doppelte Befragung, was wirklich ist, ist zu bedeutsam um sie den Kunstwissenschaftlern oder den Volkskundlern zu überlassen.

Der Formgestalter Hans Brockhage fordert uns auf zu einem Tätigsein im Holz, welches sich gegen die autoritäre Ideologie allzu vielen Theoretisierens wendet. "Damit getan werde", steht geschrieben!

In den vorliegenden zahlreichen Abbildungen und Texten begibt er sich autobiographisch auf das Gebiet der "Kunst am Bau", wie auch zu seinen freien Skulpturen. Brillante Beispiele der Arbeit eines Bildhauers aus den vergangenen beiden Jahrzehnten - verführerisch durch den spontanen Stil im "Umgang mit Holz".

Hans Brockhage

226 Seiten, 237 Abbildungen

23 x 23 cm, im Eigenverlag erschienen, Preis: 23,45 Euro

ISBN 3-00-014404-8

Marianne Brandt

236 Seiten, 23 x 23 cm

Chemnitzer Verlag

Vorwort: Alberto Alessi

ISBN 3-928678-63-9

Marianne Brandt, geboren 1893 in Chemnitz, gestorben 1983 in Kirchberg, war eine der bedeutendsten Gestalterinnen der künstlerischen Bewegung des deutschen Bauhauses in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Nach Studienzeiten, arbeitete sie ab 1927 bis 1932 in der Metallwerkstatt des Bauhauses in Dessau. Durch die politischen Verhältnisse bedingt, wurde sie in der Zeit des Dritten Reiches arbeitslos, war dann für kurze Zeit wieder Dozentin in Dresden, aber an ihre großen Entwürfe vor 1933 konnte sie nicht mehr anknüpfen. Heute ist man dabei, diese Formgestalterin wieder zu entdecken. Der Italiener Alberto Alessi produziert Repliken ihrer Arbeiten, die Marianne-Brandt-Gesellschaft geht den Spuren dieses verwehten Lebens nach. Das vorliegende Buch ist der erste Versuch, Leben und Werk der Künstlerin umfassend darzustellen.

Prof. Hans Brockhage, international bekannter Meister der Holz-Skulptur, war einer ihrer letzten Schüler an der Kunsthochschule in Dresden. Er beschreibt in einem ausführlichen Essay nicht nur seine persönlichen Begegnungen, sondern vor allem ihre Wirkungen auf die Kultur der Gestaltung. Alberto Alessi hat dem Band ein Vorwort beigegeben, das ausgehend von Marianne Brandt den philosophischen Dimensionen moderner Gestaltung nachgeht.

Reinhold Lindner, Kulturkorrespondent der größten ostdeutschen Tageszeitung, spürt dem Leben und Werk der Designerin nach und zeigt ihre Beziehung zu Herkunft und Tradition. Biographische Daten, Bibliografie ergänzen das Buch, das in seinem reichen Fototeil viele bisher unbekannte Arbeiten vor allem aus dem Bereich der Malerei vorstellt.

Sie kamen aus Schlesien

136 Seiten, 297 Abbildungen

23 x 23 cm

im Eigenverlag erschienen

Preis: 27,80 Euro

ISBN 3-00-017472-9

Schnitzkunst aus dem Glatzer Bergland/Adler- und Altvatergebirge

mit einer Weihnachtsgeschichte von Otfried Preußler

 

Mit einer Dokumentation mährisch-schlesischer Figurenschnitzerei aus dem Glatzer-Bergland, dem Adler- und Altvatergebirge werden Quellen dortiger Volkskultur vorgestellt, welche den Titel tragen: "Sie kamen aus Schlesien".

Die erfolgreiche Hinwendung zu diesem kulturellen Erbe eines Nachbarlandes, seine übergreifende Darstellung als Kultur und Ware, als Verständigung und Impuls, wird durch diese Publikation sinnlich fassbar gemacht und leistet als "Botenbringer" einen eigenständigen Beitrag zur sächsisch-böhmischen Identität.

Der Autor vermeidet in diesem Verfahren reicher Abbildungen sowohl die oberflächliche Aktualisierung, als auch die Musealisierung der Thematik. Mit Hilfe eines Textes des Volkskundlers Herrn Dr. VIadimir Vaclik aus Hradec-Kràlovà, versucht er den Spuren dieses Prozesses geschichtlich nachzugehen.

"Die Grulicher Weihnachtskrippe", eine Erzählung des begnadetsten Geschichtenerzählers unserer Zeit, Herrn Prof. Otfried Preußler, gibt diesem Buch bei allem Nachsinnen eine aus dem Herzen kommende Mahnung und - sozialen Sinn. Für die "Grulicher Herrgottsschnitzer" war das Schnitzen dieser alten Geschichte ein "Begreifen" von eigener Vertreibung, eigener Flucht, eigener Hoffnung. Sie waren über Jahrzehnte gebeutelt von den kriegerischen Zwistigkeiten der Preußen, der Habsburger, der Ungarn und hockten in ihrer geographischen Schutzecke in Grenznähe. So erzählten sie sich ihre Geschichten, in dem sie die Geschichte von "bethlem" schnitzend erzählten. Wie könnte auch Geschichte emotional besser ergreifen, als durch den Vergleich mit dem Geschehen um uns.

 

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impressum

ATELIER HANS BROCKHAGE, Erlaer Straße 5, 08349 Schwarzenberg

mail(at)hansbrockhage.com

 

Konzeption & DESIGN

Lisa Lobeck, www.lisalobeck.com
Anna Franziska Schwarzbach, www.franziska-schwarzbach.de

 

FOTOS

ATELIER HANS BROCKHAGE

 

TEXT

Hans Brockhage (Archivmaterial), ATELIER HANS BROCKHAGE, https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Brockhage

 

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